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Essen ohne Barrieren
Auch die NEUE INSEL der Diakonie hat jetzt das Signet erhalten
Essen, 16.10.2026. Eine Rampe am Eingang macht noch kein barrierefreies Gebäude. Ob Menschen mit Behinderung eine Einrichtung tatsächlich gut und möglichst selbstständig nutzen können, wissen vor allem diejenigen, die selbst auf Barrierefreiheit angewiesen sind. Genau hier setzt das „Signet – Essen ohne Barrieren“ an. Die Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter Menschen in Essen (AGSBM) hat am 16. Oktober sieben Preisträger mit insgesamt neun Gebäuden beziehungsweise Bereichen ausgezeichnet.
Verliehen wurden die Signets im Flusswerk der Neuen Insel gGmbH, das an diesem Tag selbst ausgezeichnet wurde. Die Veranstaltung fand in feierlicher Atmosphäre statt. Oberbürgermeister Thomas Kufen, Ralf Bockstedte, Vorsitzender des Inklusionsbeirats, und Angela Ströter, Vorsitzende der AGSBM, beleuchteten Barrierefreiheit in Essen aus unterschiedlichen Perspektiven.
PRAXISTAUGLICHKEIT KOMMT VOR PERFEKTION
Das Besondere am Signet: Die Prüfungen übernehmen ehrenamtlich tätige Menschen mit Behinderung. Sie beurteilen die Gebäude aus der Sicht derjenigen, die sie später nutzen sollen. „Menschen mit Behinderung sind Fachleute in eigener Sache“, so Angela Ströter.
Geprüft wird nach zahlreichen Kriterien. Für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderung geht es beispielsweise nicht nur um einen stufenlosen Eingang. Auch Parkmöglichkeiten, Bewegungsflächen, unterfahrbare Tische und barrierefreie Toiletten werden unter die Lupe genommen.
Für Menschen mit Sehbehinderung können tastbare Leitlinien oder ertastbare Informationsschilder entscheidend sein. Menschen mit Hörbehinderung benötigen unter Umständen Induktionsanlagen oder technische Voraussetzungen für Schriftdolmetscher. Und für Menschen mit Lernbehinderung ist eine verständliche Kommunikation, etwa durch Leichte Sprache, besonders wichtig.
Erreicht ein Gebäude mindestens 80 Prozent der relevanten Kriterien, kann das entsprechende Signet vergeben werden. „Unsere Prämisse lautet: Praxistauglichkeit geht vor Perfektion“, erklärt Angela Ströter. Das Signet soll Menschen mit Behinderung Orientierung geben: Sie sollen wissen, dass sie an einem ausgezeichneten Ort im Wesentlichen zurechtkommen können.
AUSZEICHNUNG FÜR UNTERSCHIEDLICHE GEBÄUDE
In diesem Jahr gingen die Auszeichnungen an Einrichtungen aus unterschiedlichen Bereichen. Dazu gehören die Aidshilfe, die Grugapark-Therme mit den Bereichen Reha und Fitness sowie Sauna und Wellness, die Messe Essen, die Naturheilpraxis ohne Grenzen, das Flusswerk der Neuen Insel und die Rechtsanwaltskanzlei Teigelack, Vollenberg und Fromlowitz. Auch der Sport- und Bürgerpark Frintrop wurde ausgezeichnet – sowohl die Parkanlage als auch das Vereinsheim. – Je nach Gebäude beziehungsweise Bereich gilt das Signet für Menschen mit Geh-, Seh-, Hör- und/oder Lernbehinderung.
BARRIEREFREIHEIT IN ESSEN SOLL WEITER VERBESSERT WERDEN
Für die AGSBM ist die Verleihung nicht das Ende, sondern Teil eines längerfristigen Engagements. „Auf Wunsch des Betreibers prüfen wir öffentliche Gebäude und Gebäude mit Publikumsverkehr in Essen auf Barrierefreiheit“, sagt Ströter. Gleichzeitig gibt die Arbeitsgemeinschaft Empfehlungen, wie sich bestehende Barrieren beseitigen oder reduzieren lassen. Damit leiste man einen Beitrag zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.
Auch in Zukunft sollen weitere Gebäude in Essen überprüft, Betreiber beraten und Signets verliehen werden. Denn Barrierefreiheit bedeutet letztlich mehr Teilhabe – und davon profitiert die Stadtgesellschaft insgesamt.
Kontakt: Haus der Begegnung, I. Weberstraße 28, 45127 Essen-Stadtmitte, Telefon 0201 228939.
